Besuch in Giulianova - September 2001

Von Eva-Maria Scherner

Wie jedes Jahr, fast schon traditionell, fand auch in diesem Jahr wieder der Schüleraustausch mit dem Liceo "M. Curie" Giulianova statt. Es ist üblich, dass wir als Schüler des Eleonoren-Gymnasiums im September nach Giulianova und die Italiener im Frühjahr zu uns nach Worms kommen. Dabei sind wir meist nicht mehr als 15-20 Schülerinnen und Schüler, so dass jeder jeden kennt und Kontakt unter allen besteht.

Giulianova war uns anfangs kein Begriff. Die kleine Stadt ist ein eleganter Badeort in den Abruzzen, besitzt einen langen goldenen Sandstrand, sauberes Meer und typisches Mittelmeerklima mit viel Sonne zu jeder Jahreszeit, eine Strandpromenade mit Palmen, Oleandern, Pinien und überall Blumen.Die nächst größere Stadt ist Pescara, Rom liegt ca. zwei Autostunden entfernt.

Wir (15 deutsche Schülerinnen und Schüler des ELO) waren im September 2001 mit Herrn Fischbach und Herrn Stock, den "Italienern des ELO" für eine Woche in Giulianova. Angekommen sind wir nach 15 Stunden fahrt, meist in luxuriösen Zügen von Worms, über Mannheim, Basel und Mailand. Am Bahnhof Giulianova erwarteten uns "alte Bekannte", aber auch neue Austauschschüler, auf die man besonders gespannt war. Nach der Begrüßung und dem ersten Wortwechsel stellte sich auf beiden Seiten Zufriedenheit ein. Meine Austauschschülerin zum Beispiel war echt überrascht, dass ich tatsächlich italienisch sprechen und wir uns problemlos über alles unterhalten konnten. Bei unseren Ausflügen, die meist mit unseren italienischen Partnern stattfanden, wurde überwiegend italienisch geredet.

Auf unserem Programm stand eine Tagesfahrt nach Rom und Aquila, die Hauptstadt der Abruzzen. In unserer Freizeit gingen wir oft ans Meer baden und relaxen, obwohl uns die Einheimischen verwundert ansahen und uns warnten, nicht in das "kalte" Wasser zu gehen, was natürlich nur für ihre Verhältnisse kaltwar. Die warmen Abende verbrachten wir of t in Pizzerias, wo wir das reichhaltige Angebot und die Menschen genossen, welche uns mit ihrer freien, gutmütigen und liebevollen Lebensart imponierten. Abends nach Hause ging es meist mit der Vespa, ohne welche die Italiener wohl kaum überleben könnten. Das bewies sich vor allem, als wir Rom, die "citta dei motorini", besuchten. Dort schlenderten wir durch eine super schöne Stadt mit tollen Geschäften, aber alleine von den Preisschildern wurde jederman unsicher und beschloss besser nicht nach den Wühltischen zu fragen (vor allem Gucci Shop, nähe Spanische Treppe). Die Sehenswürdigkeiten, also der kulturelle Teil, der von den Schülern allzeit "geliebt" wird, entpuppten sich in Rom als äußerst interessant.

Die Zeit zwischen den Programmpunkten versüßten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes mit "gelato", von welchem es in Rom das Beste gibt. Außerdem gab es für uns dort den Treviti Brunnen, den Petersdom, die Engelsburg etc. zu sehen. Als wir uns nach dem anstrengenden Tag im Bus einfanden, war jeder froh sitzen zu können und einen schönen Tag in "Roma" erlebt zu haben.

Traurig waren wir alle, als es nach einer Woche wieder heimwärts ging, was tränenreiche Abschiede von neu gewonnenen Freunden mit sich brachte. Auf der ewig langen Zugfahrt zurück nach Worms wurde nochmals über alles Erlebte geredet und festgestellt, dass es wirklich eine gelungene Fahrt war. In der Zeit danach wurden Briefe und Mails geschrieben, um alle auf den neusten Stand der Dinge zu bringen.